Leseproben - "der Geruch von Heimat"

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MONA CHECINSKI

Preußen im Schwabenland

 

„Jetzt redet sie wieder Hochdeutsch“, sagte die Frau in Schürze über ihren Gartenzaun zur Nachbarin. Ein verächtlicher Ton zu einem ganz normalen Vorgang. Naja, in so einem kleinen schwäbischen Dorf im schwäbischen Gäu war das halt in den beginnenden 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts noch nicht Gang und Gebe Hochdeutsch zu sprechen. Da war halt schon noch Mundart und Geist, der Kleine, das verbindende Miteinander.

 

Hochdeutsch zu reden und nicht von hier zu sein, das war einfach etwas sehr Verdächtiges. Das schwäbische FBI, vertreten durch die Dorftanten, die ohnehin alles vom Nachbarn und noch mehr wussten, waren in Hochspannung versetzt. Zudem war meine Mutter nicht nur eine sogenannte „Reingeschmeckte“, nein, sie hatte noch ein Kind mit in die Ehe mitgebracht. Also ein uneheliches Kind. Zweites, absolut verdächtiges und im Grunde untragbares Verhalten.

 

Die Köpfe liefen heiß. Wer war diese Frau? Was wollte sie von dem armen Witwer? Von wem nur war dieses Kind? Könnte sie uns gar gefährlich werden? Und wer weiß, man will es nicht beschreien, hat sie sogar den bösen Blick?

Das Schlimmste an diesen Fragen war, sie konnten nicht beantwortet werden. Eine sehr schwierige Situation in dem kleinen idyllischen Dorf bei Herrenberg. Einem Ort des schwäbischen Friedens mitten im schönen Gäu.

 

Natürlich konnte dem potentiellen Feind nur mit potentieller Freundlichkeit begegnet werden. So waren die Damen des Dorfes bei Begegnungen mit meiner Mutter immer recht freundlich und vor allem wissbegierig. „Ja, wo kommet Sie aigentlich här, wenn i froga darf?“ oder „ja, wem kehrt denn des Mädle? Des isch doch net dem Heinrich seins, oder?“ Das waren so die Klassikerfragen an meine Mutter. Die durchschaute natürlich die Angelegenheit und antwortete mit Zustimmung wie z.B. „Da haben Sie Recht, das ist meine Tochter. Aber der Heinrich wollte ja immer ein Kind, gell?“. Fragen nach Herkunft von mir hat meine Mutter nie beantwortet. Ich wusste sie selbst nicht, bis zu meinem 14. Lebensjahr. Also sehe ich das mehr als gerecht an. Warum sollten andere vor mir erfahren, wo meine Wurzeln sind?

Sie taten sich schwer, die Dorfbewohner mit der Preußin und ihrem kleinen Balg. Und geheiratet hatte die den Heinrich auch noch. Wer weiß was die hier will. Bleiben tut sie jetzt ja wohl. Auch ich hatte in meinen Grundschuljahren immer wieder mit Anfeindungen zu kämpfen. Seinerzeit konnten auch die Dorfkinder noch nicht gut damit umgehen, dass ich eben nicht Schwäbisch sprach. Wir hatten zwar in der Schule einige wenige Ausländerkinder von Gastarbeiterfamilien aber bei diesen war Herkunft und Position eindeutig klar. Bei mir nicht. Ich hatte da eher ein Zwitterdasein. Und die Preußen, diese Hochnäsigen, wollte man sowieso nicht hier haben. Nicht Ausländer aber Reingeschmeckte, Deutsche aber keine Schwäbin. Kind vom Heinrich, einem vom Dorf, aber doch nicht seins.

 

 

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Intermezzo - Vino, Land, Leute und Kakerlaken

 

Rote Erde, Wein, Olivenbäume und Kaktusfeigen bestimmen die Landschaft um Lecce, einer Provinz Apuliens. Aus der stammt mein italienischer Mann, heute Ex. Ein wunderschöner Landstrich. Viel Ebene zwischen zwei Meeren, der Adria östlich und westlich dem Ionischen Meer. Herrliche Sandstrände, aber auch atemberaubende Felsklippen, unglaublich sauberes Wasser und einem kulturellen Erbe unterschiedlicher Völker, die das Land bewohnten. Da gibt es Dörfer, in denen tatsächlich noch Griechisch gesprochen wird. Entlang der Südküste stehen unzählige Gebäude in maurischer Bauweise. Viele Familiennamen wie Sances und Pinto beispielsweise sind Hinterlassenschaften einer spanisch regierten Zeit Apuliens. Aber auch die Griechen hinterließen Abdrücke. Gallipoli, Hafenstadt und Perle am ionischen Meer wurde von den Griechen ursprünglich als Kallipolis gegründet. Kalos polis, das bedeutet: schöne Stadt. Die Römer wandelten dies später in Gallipoli. Die Proinzhauptstadt Lecce ist eine Gran Dame in prunkvollem Barock gehalten, der einem hier unten im Süden fast der Atem stocken läßt. Sie wird auch das Florenz des Südens genannt. Im Norden Apuliens steht das Castel del Monte, das monumentale Schloß des Staufen Kaisers Friedrich II.

 

Schon mein erster Besuch dieses Landstriches 1985 hat mich eindrücklich berührt. Ich war sofort verliebt und mehr noch, ich hatte das tiefe Gefühl, zuhause angekommen zu sein – obwohl ich noch nie zuvor südlicher als zum Bodensee gereist war.

 

Nun, ich will ja keinen schwärmerischen Reiseführer für Apulien schreiben, sondern von meinen höchstpersönlichen gar nicht so angenehmen Erinnerungen schildern. Diese sammelte ich im Laufe von 15 italienischen Ehejahren. Die jährlichen Heimaturlaube mit meinem Mann und Schwiegereltern gaben dazu mehr als genug Möglichkeiten.

Die ersten Sommerurlaube dort verbrachten wir bei den Großeltern meines Mannes. Die beiden alten Leutchen waren mir bald ans Herz gewachsen und ich ihnen. Beide hätten wunderbar als Motiv für eine Postkarte herhalten können. Der Nonno (ital. Opa) nicht größer als 1,60 m und die Nonna (Oma) noch etwas kleiner. Sie meist mit schwarzen Schürzenkleid, weißen langen Haaren zum Dutt gebunden. Er mit Karo-Hemd, Hut, wollener Hose und ausgetretenen Schuhen. Der Nonno besaß ein kleines Landstück mit Oliven und Wein, das er bewirtschaftete. Das war hier unten so gang und gäbe. Viele konnten ein kleines Stück Land ihr eigen nennen. So gab es immer eigenen Wein und Olivenöl und eines Tages kaufte der Nonno sogar ein kleines Stück Land mit einem Feigenbaum darauf. Nur für mich, weil ich Feigen so mochte. Er mochte mich auch. Besonders herzig waren die beiden, wenn es darum ging, die Post zu lesen. Der Nonno, wie viele seiner Generation, war Analphabet aber die Nonna, die konnte lesen, wenn auch sehr leidlich. Also las die Nonna ankommende Briefe langsam und fast Buchstabe für Buchstabe vor und der Nonno übersetzte, was sie denn da gelesen hatte. Rechnen übrigens konnte er sehr gut, da konnte ihm keiner ein X für ein U vormachen, oder besser gesagt, eine 3 für eine 5.

 

Nonna hat die Körperformen quadratisch, praktisch, üblich und war in ihren 70ern als ich sie kennen lernte. Will sagen, sie war nicht allzu behände und natürlich fiel ihr das Putzen eher schwer und irgendwie war sie auch verwöhnt vom Nonno. Der nahm ihr im Laufe der Jahre viel Hausarbeit ab. Er war drahtig und agil, kochte, spülte und schwang auch schon mal den Besen. Nach getaner Arbeit war er natürlich immer im Club zu finden, an der Piazza. Dort wo sich alle Männer trafen, um Karten zu spielen oder über Politik zu diskutieren. Nonno war rot angehaucht. Sehen konnte er äusserst schlecht. Als Junge schon war ihm durch einen Unfall ein Augenlicht fast ganz abhanden gekommen. Das andere Auge war mit den Jahren auch nicht besser geworden. Trotzdem führten die beiden übers Jahr irgendwie ihren Haushalt. Man kann sich denken, dass der nicht immer den Kriterien von Sauberkeit entsprach, wie ich es gewohnt war. Wollte man trinken, war es gut, das Glas sicherheitshalber noch mal gut auszuwaschen, natürlich so, dass es keiner der beiden sah. Auch der Boden, ein Steinboden wie so üblich in den alten Häusern im Süden, war, nun ja, sauber ist etwas anderes. Ein besonderes Highlight für Augen und Nase stellte vor allem das Bad dar. Im Laufe der Jahre war direkt zu Ankunft bei den Großeltern meine erste Staatshandlung eine mindestens einstündige Putzorgie im Bad. Schließlich wollten wir über einige Wochen auch unsere Körperhygiene dort verrichten. Opa und auch Oma hatten es nicht so mit dem Zielen ins WC-Becken und Urin landete immer wieder auch mal auf WC Sitz und daneben. Leider auch ab und zu Teile größere Hinterlassenschaften. Sich im Bidet zu waschen wollte gut überlegt sein. Bei Durchschnittstemperaturen des dortigen Landstriches in den langen Sommermonaten von 35 – 40 Grad kann man sich vorstellen, wie angenehm das alleine schon für die Nase war. Vom Barfuss laufen konnte man ganz abraten.

 

Für meinen italienischen Mann waren das natürlich auch ungute Zustände. Die jedoch nahm er als Enkel, der seine Großeltern zudem über alles liebte, mit einer anderen Gelassenheit hin. Zudem war er sich ja sicher, dass ich für den Zeitraum unseres Aufenthaltes für Sauberkeit sorgen würde. Das ...

 

 

Der Geruch von Heimat

Leseprobe

Schamanenschule

Leseproben

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Schamanismus

Was ist das?

 

 

Was ist und tut ein Schamane?

 

Zunächst einmal: ein Mensch. Ein Mensch, der für seine Gemeinschaft – das war früher – eine besondere Position ausfüllt. Meist als Heiler, als Psychologe, Wissender und hin und wieder auch als Narr, der einem den Spiegel vorhielt. Die Funktionen haben sich heute kaum geändert, wohl aber die Gemeinschaft. Schamanen haben in unseren Breitengraden andere Gemeinschaften, also nicht mehr die Stammes- oder Dorfgemeinschaft, sondern den Kreis der Ratsuchenden.

 

Als Heiler arbeitet der Schamane vorrangig mit naturheilkundlichem Wissen, holt aber zudem Rat und Hilfe aus einer anderen Dimension - nutzt die Kraft der Pflanzen- und Tiergeister und verbindet die Seelen mit ihrem Ursprung. Das ist, was ihn zum Schamanen macht.

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Schamanen heute ?

 

Unsere heutige, westliche und so genannte zivilisierte Gesellschaft ist nicht mehr von einem guten Jagderfolg abhängig, auch nicht mehr den Naturgewalten und deren direkten Gefahren ausgesetzt.

Wohl aber krankt sie in ganz erheblichem Masse am menschlichen Miteinander, am Verlust der Spiritualität, der Verbundenheit mit der Natur, die auch ihre Natur ist.

 

 

Immer mehr Individuen, immer mehr leidende isolierte Seelen. Abkopplung und Auskopplung aus der Gemeinschaft führt vermehrt zu diffusen Ängsten, die auch Psychologen und Ärzte immer weniger in den Griff bekommen. Das Netz der Gemeinschaft – das sich aus der Familie, Nachbarn, den Freunden wie ebenso den Ahnen und einer Glaubensgemeinschaft zusammensetzt – wird immer brüchiger und dünner.

 

Schamanen waren in vergangenen Zeiten zuständig für einen guten Jagderfolg und Schutz ihrer Sippe, für Krankenheilung und Seelenrettung sowie als Wahrsager und Seher geschätzt. Daneben jedoch führten sie ein ganz normales Leben. Gingen Sie früher jagen oder pflegten Ackerbau und Viehzucht so haben sie heute eben einen ganz normalen Beruf, der sie am Leben erhält.

 

Die Arbeit eines Schamanen, Heilers oder Medizinmannes ist steht grundsätzlich immer im Zusammenhang mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft in der er lebt. So muß er heute nicht mehr in Masken, in rassel- und federngeschmückter Verkleidung ums Feuer tanzen. Das würde den heute den Meisten eher ein müdes Lächeln abringen oder sogar einen Touch von Klamauk vermitteln.

Trotzdem wirken Rituale auch und gerade heute ganz besonders auf uns ein. Rituale sprechen in Bildern, sie sprechen mit unseren tiefsten Tiefen, sie sprechen mit unserer Seele und oftmals sprechen Sie ganz verborgene Ahnengeschichten in uns an.....

 

 

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III Pflanzenseelen, Pflanzenenergie

 

 

 

Gerade Pflanzen haben einen ganz besonderen Stellenwert bei allen Schamanen und Naturheilern. Wohnt ihnen doch eine ganz besondere Kraft inne.

 

Wer schon einmal das verzaubernde Gefühl eines altenglischen Rosengartens, die Erhabenheit eines Schloßparks mit seinen alten Bäumen erlebt hat, wer schon einmal durch einen duftenden Klosterkräutergarten gewandelt oder die tiefe Zufriedenheit an einem Bächlein im Wald erfahren durfte, der weiß, das Pflanzen uns verwandte Seelen sind.

 

Eine Wohnung ohne Pflanzen lebt nicht. Und nicht umsonst umgeben wir uns auch in unseren eigenen vier Wänden mit Blumen und Pflanzen. Ihre viel feinstofflichere Energie erhöht auch die feinstoffliche Ebene in unserem Wohnraum.

 

Mutter Erde lebt und atmet durch ihre Pflanzen. Pflanzen sind ein wichtiger Faktor im Bereich Klima, Pflanzen formen die Landschaft, Pflanzen versorgen ganz unterschiedliche Lebewesen mit Nahrung, gewähren Unterschlupf und Wohnraum. Ebenso sind sie nicht nur für uns Menschen, sondern ebenso für die Tierwelt als helfende und heilende Wesen da.

 

Ein nicht unerheblicher Anteil, wenn nicht sogar die komplette Pharmaindustrie und ihre Medikamentepalette basiert teilweise immer noch direkt oder teils in chemisch abgewandelter Form auf der Grundlage von Pflanzenwirkstoffen.

Die Naturheilkunde nutzt in mittels Tees, Tinkturen, Auflagen (Pflanzenwickel), Homöopathie, Spagyrik und Blütenessenzen usw. seit Gedenken die Heilkraft der Pflanzenwelt.

 

Auch Schamanen, die ersten Naturheiler, nutzen heute noch vielerorts die Pflanzenkraft. Das kann entweder durch langjährigen Erfahrungsschatz angeeignetes Wissen, durch den Einsatz von Pflanzenenergien auf magischer Ebene, durch die Verbindung mit den Pflanzengeistern oder andere Methoden sein.

 

Natürlich sollte eine Affinität für diese Richtung der Naturheilkunde bestehen. Wenn Sie die Kraft und der Einsatz von Pflanzen eher weniger interessiert ist das völlig legitim. Ein Grundwissen ist jedoch immer vom Vorteil. Sie müssen ja nicht unbedingt damit arbeiten.

 

So möchte ich Sie also sensibilisieren für die die feinen Energien und Pflanzengeister in und um ihr Lebensumfeld. Ganz besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Pflanzenwelt in Ihrer direkten Wohnnähe achten. Welche Büsche, welche Bäume oder Blumen wachsen auffällig oft in Ihrer Umgebung?

Ist es das Chelidonium, das Schöllkraut? Oder fällt Ihnen auf, dass an jeder Hausecke oder Mauer Efeu rankt und wuchert? Vielleicht leben Sie ja in einer Gegend, in der besonders viele Birken stehen?

 

Aufgabe:

 

Welche Pflanzen können Sie also auffällig oft finden? Legen Sie sich zunächst auf zwei von ihnen fest und suchen Sie Wissen zu diesen Pflanzen. Das kann über Bücher sein, über alte Rezepte, über das Wissen von der lieben Oma oder aber genauso gut über das Internet.

 

a)

Schreiben Sie auf, recherchieren Sie. Lassen Sie sich in eine neue Welt entführen.

 

b)

Nun entscheiden Sie sich für eine der beiden Portraits und meditieren hin und wieder über diese Pflanze. Lassen Sie die Pflanze mental und energetisch über eine Woche hinweg Einzug in Ihr Leben halten. „Reden“ Sie mit bsp. dem Efeu und lassen Sie sich inspirieren vom grünen Pflanzengeist.

Wenn Sie das schamanische Reisen gelernt haben, dann reisen Sie ebenso zu dieser von Ihnen gewählten Pflanze.

 

c)

Mittels dem schamanischen Reisen können Sie auch Ihre Kraftpflanze entdecken. Diese wird Ihnen beiseite stehen, wenn Sie gesundheitliche Unterstützung benötigen, wenn Sie die feinstoffliche Ebene Ihrer eigenen Pflanzennatur verloren und sich im Alltag festgefressen haben.

 

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